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Interview

Patricia Hoffmann

Wer ist die Person hinter der Kamera? Erzähl uns kurz von dir:
 
Hej, ich bin Patricia.
Ich liebe den Wind und den Regen, die Berge und den Wald. Und Blumen. Ich träume von einem Haus in den Bergen mit einem riesigen Garten.
Bis es soweit ist, gebe ich mich hier im flachen Land der Lüneburger Heide mit unserem kleinen, aber nicht weniger schönen, Doppelhausgarten zufrieden. 
 
Durch diesen Garten flitzen und tanzen wir also: Mein Mann und ich gemeinsam mit unseren beiden Kindern.
 
Ich halte unser Familienleben dokumentarisch und ganz selten auch mal assoziativ mit meiner Kamera fest. Das bedeutet mir die Welt und ich versinke mittlerweile in einer absoluten Flut von Bildern – und kann dennoch nicht aufhören. Und will es auch gar nicht.

Was bedeuten dir Selbstportraits?

Um diese Frage zu beantworten, zitiere ich mal meinen eigenen Blogpost, weil ich finde, dass sie genau beschreiben, warum Selbstportraits mir die Welt bedeuten:

„Seit ich Mutter bin, habe ich die große Angst, dass ich von dieser Welt gehe, ehe meine Kinder sich wirklich und ganz bewusst an mich erinnern können. Ich denke, ich teile diese Angst mit vielen Eltern. Mein Ventil um mit dieser Angst umzugehen ist die Fotografie – insbesondere das Erschaffen von Selbstporträts!
Natürlich wünsche ich mir, dass meine Kinder für immer im Herzen fühlen, wie sehr ich sie liebe. Und dass mein Mann und andere Personen es ihnen erzählen, sollte ich es, aus welchem Grund auch immer, selbst nicht mehr können. Aber das liegt nicht in meiner Hand. 
Was ich ihnen mitgeben kann, sind Fotografien. Fotos, die sie ansehen, ja, die sie in die Hand nehmen können. Vervielfältigen, verwahren, verstecken und wieder hervorholen. Die sie ihren eigenen Kindern zeigen können, sofern sie welche haben möchten und können. Die ihnen helfen, zu be-greifen, wie groß meine Liebe für sie ist und was uns als Familie ausmacht. Und so mache ich Bilder in den denkbarsten Situationen. Um ihnen die Erinnerungen zu schaffen.“

Ein Bild von dir: Wie hast du das Selbstportrait gemacht? Welche Kamera? Wo lag deine Kamera? Mit was fotografierst du am liebsten? Welche Ausrüstung?

Sony A7iii

Die Kamera stand auf einem kleinen Beistelltisch neben unserem Sofa

Oft mit dem 35er, weil ich es liebe, wenn auf den Bildern mehr zu sehen ist, als die Person. Die Umgebung trägt zur Geschichte bei.

Ich nutze zusätzlich einen Fernauslöser mit Intervallfunktion

Wie geht es dir damit das Bild anzuschauen?

Ich habe ein Selbstporträt ausgesucht, das mir viel bedeutet. Das mir zeigt, was ich geschafft habe und mit welcher Hingabe ich Mutter bin (nicht ohne, dass ich jeden Tag damit struggle wie hart das gleichzeitig ist!). Es bringt mich sofort zurück in die Coronazeit mit einem frischen Neugeborenem, einem Kleinkind dass wegen Kitaschließung auch zuhause war und einem Mann, der in einem systemrelevanten Job den ganzen Tag außer Haus war. Keine Unterstützung von irgendwo. 
Täglich saß ich dort, am dreckigen Fenster, das Kleinkind in den Schlaf wippend (eigentlich war die Federwiege fürs Baby gedacht, aber es kommt halt wie’s kommt) und das Baby in den Schlaf stillend. Also hoffentlich. Manchmal klappte es und beide schliefen. Und manchmal klappte es sogar dann von dem nicht ganz so bequemen Stuhl mit dem Baby (an der Brust natürlich, bloß nicht ablösen!!) aufs doch bequemere Sofa zu wechseln. Und die Augen selbst einen Moment zu schließen. Manchmal klappte es aber auch nicht. Oder ziemlich oft sogar war das der Fall. Und dann blieb ich einfach sitzen. Auf dem nicht ganz so bequemen Stuhl, am dreckigen Fenster, um einfach einen Atemzug lang Ruhe zu haben.
Ich liebe dieses Selbstporträt von ganzem Herzen. Es ist für mich das Sinnbild meines ersten Jahres als Zweifachmama. Ich nenne es „Motherhood – little did I know“

Was hat dir der Kurs (bisher) gebracht?

Der Kurs hat zurückgebracht, was zwischendurch kurz weg war: die absolute Motivation weiterzumachen. Nicht aufzuhören, weil es zu viel wird. Sondern gerade weiterzumachen, weil es zu viel wird.

Würdest du den Kurs weiterempfehlen und wenn ja warum?

Unbedingt. Immer. Jeder einzelnen Frau da draußen. Weil sie zählt.

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